DRK-Kita in Meißen vor dem Aus - wir fordern Überprüfung
Die durch die Stadt Meißen geplante Schließung unserer Kita Meißner Spatzen sorgt für erhebliche Bedenken. Die Einrichtung ist voll ausgelastet und wird von Familien stark nachgefragt
Am Montag erfuhren wir als Träger der Kita Meißner Spatzen, dass die Stadt Meißen die Einrichtung im kommenden Jahr schließen will. Dabei zeigt die Auslastung eindeutig: Diese Kita wird gebraucht. Die geplante Schließung löst kein Problem - sie verlagert es nur auf Eltern, Kinder und Mitarbeitende.
Die Stadt begründet die Maßnahme unter anderem mit sinkenden Geburtenzahlen und freien Kapazitäten in anderen Einrichtungen. Aus unserer Sicht greift diese Betrachtung jedoch zu kurz. Freie Plätze sind eben nicht automatisch gleichwertig nutzbar - entscheidend sind Faktoren wir das pädagogische Konzept, Wohnortnähe, Erreichbarkeit und Öffnungszeiten.
Zudem wurde die Entscheidung auf Grundlage einer städtischen Bewertungsmatrix getroffen. Diese sehen wir als Deutsches Rotes Kreuz kritisch, da die Stadt zugleich selbst Betreiberin eigener Kindertagesstätten ist. Die Matrix wurde jedoch an den freien Trägern vorbei erstellt. Für eine so weitreichende Entscheidung wie die Schließung einer Einrichtung braucht es maximale Transparenz, nachvollziehbare Kriterien und die Abstimmung zwischen den Kita-Trägern.
Hinzu kommt ein weiterer Widerspruch: Erst Ende des vergangenen Jahres haben wir als DRK gemeinsam mit allen anderen freien Trägern in Meißen einer durch die Stadt Meißen vorgegebenen maximalen Auslastungsquote von 80 % pro Einrichtung zugestimmt, um Schließungen zu verhindern. Für unsere bis dato nahezu durchgängig mit 100 % ausgelasteten Einrichtungen bedeutete dies schon ein deutliches Entgegenkommen gegenüber einigen insbesondere städtischen Einrichtungen, die derzeit lediglich zu 70 % ausgelastet sind. Daher ist für uns schwer nachvollziehbar, dass nun eine voll ausgelastete Kita geschlossen werden soll. Aus unserer Sicht kann die Wirksamkeit der Quotierung derzeit noch gar nicht überprüft werden.
Auch wirtschaftlich wirft die Entscheidung Fragen auf. In den vergangenen drei Jahren wurden rund 135.000 € in die Modernisierung der Einrichtung investiert - davon ein erheblicher Teil öffentlicher Gelder.
Wir appellieren daher an den Stadtrat, die anstehende Beschlussvorlage am 29.04. abzulehnen und alternative Lösungen gemeinsam mit den freien Trägern zu suchen, um die vorhandenen Kapazitäten bedarfsgerecht zu steuern statt funktionierende Strukturen abzubauen.